Unser Wohnkonzept

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Wohnen ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen, ob mit oder ohne Behinderung. Es bedeutet zu Hause zu sein und ist Ausdruck von Individualität.

Menschen mit Behinderungen bedürfen vielfältiger Hilfestellungen, um ein selbstbestimmtes Leben in eigenen Räumen führen zu können. Der Verein „WegGefährten“ will dabei unterstützen.

Die Bewohner*innen unserer WG sind gleichaltrig und werden gemeinsam erwachsen.
Dies hebt uns von Einrichtungen ab, in denen ihre Altersgruppe zu einer Minderheit gehört.

Gemeinsam erleben die Bewohner*innen das Abenteuer des Erwachsenwerdens und erfahren dabei so viel Lebensqualität wie möglich. Ihre verschiedensten Behinderungen werden dabei für sie zur Nebensache. Sie erfahren Normalität, wie jeder nicht behinderter Jugendliche sie sich wünscht.

Wir bieten keine Pflegegemeinschaft, sondern eine Lebensgemeinschaft. Das gemeinschaftliche Leben steht im Vordergrund.

Regelmäßige Aktivitäten außerhalb der WG stärken die Gemeinschaft und den Inklusionsgedanken. Offene Angebote und das Einbeziehen von Ehrenamtlichen, FSJler*innen und BFDler*innen fördern die Integration in die Gesellschaft.

Wichtig sind bekannte Rituale aus dem Familienalltag, wie z.B. das gemeinsame Kochen und Essen oder der gemeinsame Einkauf. Freizeitaktivitäten werden nach den Wünschen der Bewohner*innen geplant.

Das Leben in einer Gemeinschaft bedeutet immer gegenseitiges Geben und Nehmen. Die Bewohner*innen lernen so im alltäglichen Miteinander ihre eigenen Stärken und Schwächen sowie die der Mitbewohner*innen zu erkennen und damit umzugehen.

Miteinander wohnen bedeutet voneinander lernen, als Teil einer Gemeinschaft anerkannt zu werden, und die anderen Mitglieder der Wohngemeinschaft zu akzeptieren.

Wir wollen alles dafür tun, den Bewohner*innen ein möglichst unbeschwertes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Sie sollen ein gleichberechtigter Teil unserer Gesellschaft sein und sie haben dasselbe Recht wie jeder andere Mensch, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es sich wünschen.

Das Wohnprojekt

Ziel ist die Beschaffung eines geeigneten Wohnraumes zur Gründung einer Wohngruppe für 6 bis 8 jugendliche Bewohner*innen. Dabei sollen kurze Wege zu Einkaufsmöglichkeiten, kulturellen Angeboten und dem ÖPNV das „Mitten drin“ fördern.

Die WG soll sich durch soziale Nähe auszeichnen und Platz für Individualität bieten. Wir wollen eine WG, die durch ihre zentrale Lage im Stadtteil Inklusion zur Selbstverständlichkeit werden lässt.

Die einzelnen Bewohner*innen sollen über ein eigenes Zimmer verfügen können, dass nach eigenem Ermessen eingerichtet werden kann. Die Zimmergröße soll mindestens 13-16 qm betragen.

Ein gemeinsamer Wohnbereich, eine Küche, Hauswirtschaftsräume und ein Garten sollen das Zusammenleben als Wohngemeinschaft ermöglichen. Für das Personal soll ein Büro, ein Ruheraum und ein bewohnbares Zimmer für FSJler*in oder BFDler*in von Außerhalb zur Verfügung stehen.

Die Bewohner*innen erhalten einen eigenen Mietvertrag (Sozialmiete).

Die Wohnassistenz wird durch ein Betreuungsteam, bestehend aus externen Pflegefachkräften und ein bis zwei fest angestellte Mitarbeiter*innen mit pädagogischer Ausbildung umgesetzt.

Die Schaffung einer FSJ- und BFD-Stelle ist geplant, für ehrenamtliches Engagement wird ausreichend Raum geboten.

Finanziert wird diese Wohnassistenz sowie die weiteren laufende Kosten durch:

  • Persönliches Budget (§ 17 SGB IX)
  • Pflegesachleistungen (§ 36 SGB IX)
  • Wohngruppenzuschuss (§ 38a SGB IX)
  • Grundsicherung (§ 41 Abs. 3 SGB XII)
  • Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II)

Aufgaben der Wohnassistenz

Es gilt der Grundsatz der ganzheitlichen Persönlichkeitsunterstützung.
Soziale Integration, individuelle Kompetenzen und Selbstbestimmung stehen hierbei im Vordergrund.

Das erfahrene Team von Pädagogen*innen und Pflegekräften, welches motiviert und offen auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner*innen eingeht, organisiert einen geregelten Tagesablauf und stellt eine Rund-um-die-Uhr-Anwesenheit sicher.

Neben dem notwendigen pflegerischen Einsatz steht ein mit den Bewohner*innen gemeinsam erarbeiteter Ablauf im Vordergrund. Jede Art der Hilfestellung erfolgt hierbei mit dem Ziel, eine möglichst große Eigenständigkeit zu erreichen.

Eltern und Angehörige der Bewohner*innen beteiligen sich an der individuellen Gestaltung der Hilfen und Freizeitangebote.

 

Ziele in der Aufbauphase

  • In der Aufbauphase wird ein Investor gefunden, der eine geeignete Immobilie bereitstellt.
  • Parallel laufen Kooperationsgespräche mit ambulanten Pflegediensten und sozialen Trägern.
  • Stiftungen und Sponsoren für die Finanzierung der Gestaltung und technischen Ausstattung werden gefunden.
  • Durch Öffentlichkeitsarbeit werden lokale Medien und Politiker auf das Projekt aufmerksam gemacht.
  • Der Verein wird sich beim Förderprogramm „Gemeinsam wohnen“ von Aktion Mensch bewerben.

Zukunftsvisionen

  • Das Leben der Bewohner*innen nach eigenen Wünschen, Fähigkeiten und Interessen gestalten.
  • Bedarfsorientierte Begleitung: „So viel Hilfe wie nötig und so viel Eigenständigkeit wie möglich.“
  • Eine Gute Integration in das Wohnumfeld durch offene Angebote (Sport, Kino, Disco…)
  • Angliederung eines Tagesförderangebotes (Café, Fahrradwerkstatt, Gärtnerei…)
  • Angehörigen- und Familienberatung
  • Nachbarschaftshilfe, Angebote für Schüler*innen umliegender Schulen

Letzte Änderung: Sonntag, 15. Oktober 2017